Jonas Deichmann
LISTICLE/12.12.2023
10

Sportler, die uns 2023 nachhaltig inspiriert haben

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Sie laufen, biken und spielen sich von einem Rekord zum nächsten. Aber wir feiern diese 10 Athleten nicht nur für ihre sportlichen Erfolge, sondern auch für ihre Vorbildfunktion, ihren Kampf für BIPOC-Belange und ihren nachhaltigen Einsatz für Klima- und Umweltthemen.

01

Carlos Alcaraz, Tennisspieler, Spanien

Der kleine Carlos (auf Instagram nennt er sich selbst Carlitos, was übersetzt kleiner Carlos bedeutet) ist zwar nicht der jüngste Wimbledon-Gewinner, aber er befindet sich in guter Gesellschaft: Nur Becker und Borg waren jünger, als sie den Rasenklassiker gewannen. Als Vorbild nennt der 20-Jährige seinen Landsmann Rafael Nadal. Allerdings hat Carlos diesem voraus, dass er bereits im Alter von 14 Jahren seinen ersten ATP-Punkt machte. Und wie gewinnt der Spanier ein Tennisspiel nach dem anderen? Ganz einfach: Rocky-Soundtrack anhören, an den Film denken und siegen. Der smarte Spanier macht aber nicht nur auf dem Tennisplatz eine gute Figur, sondern begeistert seine 4,4 Millionen Instagram-Follower auch als Calvin-Klein-Unterwäsche-Model.

02

Nikola Jokić, Basketballer, Serbien

211 Zentimeter misst der serbische NBA-Champion und überrascht trotzdem regelmäßig mit seinen Playmaker-Qualitäten. In manchen Spielen schafft er es, umgerechnet jede Minute einen Punkt zu machen – wie erst kürzlich gegen die Golden State Warriors. Nicht nur bei seiner Heimmannschaft, den Denver Nuggets, sind die Fans begeistert von dem 28-Jährigen. Manche sehen ihn bereits als den neuen Magic Johnson und bezeichnen ihn als die wahre Nummer 1 der US-amerikanischen NBA. Kein Wunder: Der „Joker“ eilt seit ein paar Jahren von einem Erfolg zum nächsten. 2021 und 2022 bekam er den Most Valuable Player Award, als erster Spieler in der NBA knackte er die Marken von 2000 Punkten, 1000 Rebounds und 500 Assists in einer Spielzeit. Und erst kürzlich überholte der kreative Passgeber Bill Russell und liegt auf Platz 3 der All-Time-Assists-Rangliste eines Center-Spielers – mit insgesamt 4101 Zuspielen in 612 Spielen. Nächstes Ziel: Platz 2.

03

Jonas Vingegaard, Radsportler, Dänemark

Zwei Jahre hintereinander die Tour de France zu gewinnen – das ist schon sehr außergewöhnlich. Fast noch außergewöhnlicher war in diesem Radsport-Jahr aber der historische Tipple-Sieg des Jumbo-Visma-Teams: Teamkollege Primoz Roglic gewann im Mai den Giro d‘Italia, Vingegaard im Juli die Tour de France und Sepp Kuss die Rundfahrt in Spanien. Alle drei Grand Tours in einem Jahr hat noch nie eine Mannschaft gewonnen. Das ruft die Zweifler auf den Plan: „Wir verstehen die Skepsis“, sagte Vingegaard dem Kicker. „Die Leute sollten jedoch wissen, dass wir sehr viel opfern und sehr detailliert arbeiten. Wir machen in diesem Team alles perfekt, und das macht einen großen Unterschied.“ Für 2024 hat das Team, das gerade erst seinen Hauptsponsor wechselte, wieder Großes vor – meldet die DPA: Am 21. Dezember will Visma-Lease a Bike in Amsterdam sein neues Team vorstellen und die Saisonziele bekannt geben.

04

Jonas Deichmann, Extremsportler, Deutschland

In 100 Tagen hin und zurück durch die USA: Mit seinem jüngsten Projekt „Trans America Twice“ übertraf sich Jonas Deichmann erneut selbst. Zuerst ging es per Rad die rund 5.500 Kilometer von New York nach Los Angeles und dann ohne Pause wieder zurück – mit einem Ultramarathon pro Tag. Zum „Auslaufen“ absolvierte der Deutsche dann noch den New-York-City-Marathon – in unter vier Stunden. Nach seinem Rekord-Triathlon um die Welt im Jahre 2021 ist das der nächste große Coup des Abenteurers. Sein neues Buch liegt auch bald in den Geschäften. „Geschrieben“ hat er es am Abend unter freiem Himmel per Voice Message. Das Motto des mehrfachen Weltrekordhalters, der gerade erst auf der Bühne der ISPO Munich stand: „Der wahre Misserfolg ist, es gar nicht erst zu versuchen.“ Sein Geheimrezept: „Eine Playlist hilft mir garantiert immer, durchzuhalten, wenn es hart wird und ich kämpfen muss: der Soundtrack zu Forrest Gump.“ Sein Doping: Schokoriegel.

05

Kilian Jornet, Bergsportler, Spanien

Trailrunner, Bergläufer, Firmengründer, Klimaaktivist: Kilian Jornets Tag scheint mehr als 24 Stunden zu haben. Da fällt es fast schwer, zu sagen, wofür wir den 36-Jährigen am meisten feiern. Vielleicht für seinen Pyrenäen-Rekord 2023? Nach seinen Worten eines der schwierigsten Dinge, die er gemacht hat. „Um die Gipfel, auf denen ich aufgewachsen bin, (wieder) zu entdecken, brauchte ich acht Tage, 177 Gipfel und mehr als 40.000 Höhenmeter. Von der Frondiella bis zum Pica d‘Estats habe ich jeden Schritt genossen und Erinnerungen für ein ganzes Leben gesammelt.“

Vielleicht feiern wir ihn aber auch für sein Umweltengagement. Bereits zum zweiten Mal organisierte er „Elevate Earth: Racing for Resilience“, eine Live-Veranstaltung, bei der Umweltexpert*innen der Kilian Jornet Foundation und NNormal-Botschafter*innen ihr Wissen über Klimawandel, Umweltauswirkungen und Trailrunning bündeln. Oder aber für seinen Launch der Marke NNormal? Mit dieser möchte Jornet zeigen, dass die Produktion von Schuhen und Bekleidung auch mit weniger Impact auf die Umwelt erfolgreich sein kann.

06

Nino Schurter, Mountainbiker, Schweiz

Der Rennkalender des Mountainbike-Seniors für 2024 liest sich wie die Agenda eines Rookies.15 Starts sind geplant – unter anderem bei den Olympischen Spielen in Paris und den Weltmeisterschaften in Andorra. Seit nunmehr 20 Jahren gehört der Schweizer zum Scott-SRAM Mountainbike Racing Team und seit 2007 bezeichnet Schurter das Mountainbiken als seinen Beruf. Der Medaillensatz des 37-Jährigen sucht vermutlich seinesgleichen: 16 Einzel-WM-Titel, zehn Weltmeistertitel, Olympia-Gold in Rio de Janeiro, die Bronzemedaille in Peking und die Silbermedaille in London. 2023 gewann er zum neunten Mal den Mountainbike-Weltcup. Und es ist noch lange nicht Schluss: „Mein Ziel ist es, dies noch viele Jahre so zu tun.“ Wir drücken die Daumen!

07

Kelvin Kiptum, Marathonläufer, Kenia

Marathon-Debüt 2022 in Valencia, Weltrekord 2023 in Chicago: Auch der 24-jährige Wundermarathoni aus Kenia sieht sich immer wieder Doping-Vorwürfen ausgesetzt. Kein Wunder, knackte er in seinem dritten Marathon ever den Rekord von Eliud Kipchoge mit 2 Stunden und 35 Sekunden. Der Trainer des Langstreckenläufers erklärt den Erfolg seines Schützlings allerdings mit extremen Trainingsumfängen: Kiptum absolviere manchmal über 300 Kilometer in der Woche, erklärte Gervais Hakizimana zuletzt in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Kurios mutet auch der Instagram-Account des Newcomers an: 26 Beiträge, 100.000 Follower, gestartet 2019, dann fast dreijährige Pause… Allerdings: Den jüngsten Gipfel des Lauf-Olymps erreichte er am 11. Dezember: Kiptum gewann das Rennen um den Welt-Leichtathleten des Jahres 2023 in der Kategorie „Out of Stadia Events“. Gratulation!

08

Alex Txikon, Höhenbergsteiger, Spanien

Auch in seiner baskischen Heimat ist der Höhenbergsteiger Txikon ein Star. Jetzt bekam kürzlich eine Kletterwand in Lemoa seinen Namen – was ihn „sprachlos“ machte. Mit seinem Coup im Januar, der Winterbesteigung des 8163 Meter hohen Manaslu, machte er wiederum die Fachwelt sprachlos. Nach eigenen Angaben erreichte er gemeinsam mit sechs nepalesischen Bergsteigern den achthöchsten Gipfel im Himalaya ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff. Es war sein dritter Versuch und geht als zweite Winterbegehung dieses Gipfels in die Geschichtsbücher ein. Der bescheidene Extremsportler ist indessen gerade erst zu seinem nächsten Abenteuer in Richtung Nepal aufgebrochen. Sein Ziel: der zehnt höchste Berg der Welt, die Annapurna. Bis dato hüllt sich Txikon aber in Schweigen, was Route, Team oder Stil betrifft.

09

Eric Larsen, Polarforscher, USA

„Indem wir das Leben und die Leistungen von Matthew Henson weiterhin feiern, würdigen wir seinen bleibenden Einfluss auf die Erforschung, die Vielfalt und den unbezwingbaren menschlichen Geist“ – mit diesen Worten huldigt Polarabenteurer Eric Larsen seinem afroamerikanischen Kollegen, der vermutlich als erster Mensch 1909 auf dem Nordpol stand. Um diesen Forschergeist auch in nachfolgenden Generationen zu schüren, hat der US-Amerikaner die Polar Academy gegründet und launchte erst kürzlich ein Polar-Stipendium für „black, indigenous and people of color“. Am 1. Dezember war Bewerbungsschluss für dieses erste BIPOC-Polar-Scholarship. Für sechs Schüler*innen heißt es dann im Januar 2024: ab in die Kälte und auf einer Polarexpedition die eigenen Grenzen überschreiten. Bis heute hat der 52-Jährige selbst mehr Nord- und Südpol-Expeditionen durchgeführt als jeder andere Amerikaner in der Geschichte. Der ehemalige Protect-Our-Winters-Chef Christ Steinkamp bezeichnet Larsen als „eine der einflussreichsten Klimastimmen der Welt“.

10

Arturo Coello Manso, Padelspieler, Spanien

„El Rey Arturo“ (König Arturo) und „Mozart de Catamarca“ sind das zurzeit beste Padel-Team der Welt. Spanier Coello steht ebenso wie sein argentinischer Partner Agustín Tapia an erster Stelle der Weltrangliste. Gerade eben holten sich die beiden in Mexiko den elften Titel der Saison. Seit 2019 spielt Linkshänder Coello auf der World Padel Tour mit. Bereits mit 19 Jahren gewann der Shootingstar der Trendsportart die Weltmeisterschaften und schon jetzt sprechen Kenner der Padel-Szene davon, dass Arturo Coello auf dem Weg zur Legende ist – und das im Alter von gerade mal 21 Jahren. Er wird nicht nur als Spieler der Zukunft bezeichnet, sondern Altmeister Juan Martín Díaz Martínez aus Argentinien sagt: „Was ihr jetzt mit dem Padel macht, ist aus einer anderen Galaxie.“

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